Großbrände und besondere Einsätze

26. Dezember 2014 - Brand der Regiobus-Niederlassung in Eldagsen 

Einen Großeinsatz am frühen Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages veränderte für ca. 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK und THW die Pläne für den Feiertag.

 

Nachts um kurz vor drei Uhr war für die Feuerwehrkameraden aus Springe und Eldagsen die Nachtruhe vorbei. Auf der Anfahrt wurde klar, dass es sich nicht um eine „herkömmliche“ Schadenslage handelt, denn die eintreffenden Einsatzkräfte sahen den Feuerschein der brennenden Bushalle schon von weitem. Früh wurde deutlich, dass mehr Personal und Ausrüstung zur Beherrschung der Lage notwendig ist.

 

Beim Eintreffen an der Einsatzstelle stand bereits ein Großteil der Fahrzeughalle im Flammen und es waren immer wieder Detonation durch die platzenden Busreifen zu hören.

So kam es, dass nicht nur Feuerwehrkameraden aus dem Stadtgebiet Springe, sondern auch aus Pattensen, Laatzen und Ronnenberg hinzugezogen wurden, die Spezialaufgaben übernahmen. Die laatzener Kameraden überprüften die Einsatzstelle auf potentiell gefährliche Schadstoffe in der Luft, die durch den Brand hätten freigesetzt werden können. Die Mitarbeiter der feuerwehrtechnische Zentrale in Ronnenberg befüllte die leeren Atemschutzflaschen vor Ort, sodass manch ein Feuerkamerad nach einer Verschnaufpause die Brandbekämpfung wiederaufnehmen konnte. Das THW sorgte für die Ausleuchtung der Einsatzstelle.

 

Dem leibliche Wohl der Einsatzkräfte nahm sich die angerückte DRK-Bereitschaft an und versorgte die hungrigen Kameraden mit Suppe und heißen Getränken.

 

Die letzten Kameraden der Feuerwehr Eldagsen konnten mittags die Einsatzstelle verlassen und mit ihren Familien den Rest des Tages verbringen.

 

Fest steht, dass 25 Busse den Flammen zum Opfer gefallen sind und ein Millionenschaden aufgrund des Verlusts von Fahrzeugen und den Schäden am Gebäude entstanden ist.

Die Ursache des Brandes konnte abschließend nicht geklärt werden.

 

Um einen Eindruck über das Einsatzgeschehen zu erhalten, kann ein Artikel der Nachrichtenagentur „NonstopNews“ empfohlen werden.

 

 

2. Februar 2004 – Bombenfund

»Bombenfund in der Gemarkung Eldagsen, westlich der Gestorfer Straße (L 422) in einem Kohlfeld und ca. 500 m von der bebauten Ortslage entfernt.«


Diese Nachricht erreichte das Polizeikommissariat Springe am 2. Februar 2004 um 11 Uhr und zwar aufgrund routinemäßiger Auswertung von Luftbildern, die im Zweiten Weltkrieg von alliierten Aufklärungsflugzeugen gefertigt wurden und zwischenzeitlich an deutsche Behörden gelangt waren.


Wegen des in die Zehn-Zentner-Sprengbombe vom Typ SC 500 L/2 deutscher Produktion eingebauten Sicherheitszünders war weder eine Entschärfung noch ein Abtransport möglich; so musste der 142 cm lange und 47 cm dicke gefährliche Sprengkörper schnellstmöglich vor Ort gesprengt werden.


Zur Sicherheit der Bewohner war deshalb ein Bereich von 1500 m um den Fundort zu räumen. Während der umgehend zusammengerufene Krisenstab unter Leitung des Bürgermeisters der Stadt Springe und des Leiters des Polizeikommissariats Springe mit hinzugezogenen Vertretern des Ordnungsamtes, des Technischen Hilfswerks, der Avacon Gehrden, des DRK sowie des Stadtbrandmeisters Springe und des Ortsbrandmeisters Eldagsen das zu evakuierende Gebiet festlegte, veranlasste die Polizei eine Rundfunkdurchsage, auch wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Alarmiert wurden die Ortsfeuerwehren Eldagsen, Holtensen, Boitzum, Alferde und Mittelrode sowie Springe.


Mitglieder der Ortsfeuerwehren unterrichteten in den zu räumenden Straßenzügen die Einwohner mündlich und forderten sie zum Verlassen der Häuser auf. Sammelstelle für die evakuierten Einwohner war die Grundschule Hallermund an der Hindenburgallee, deren Betreuung dem DRK oblag. Das DRK war ferner für den Transport der älteren und gehbehinderten Personen zur Sammelstelle verantwortlich. Notfall-Seelsorger standen ebenfalls bereit. Zur Absperrung des Gebietes wurden neben den Kräften des Polizeikommissariats Springe und der Bereitschaftspolizei die übrigen Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet mit ihren Mannschaftstransportwagen (MTW) eingesetzt.

 

Aus dem Technischen Merkblatt zur Bombe

  • Typ SC 500 L/2
  • Munitionssorte Sprengbombe
  • Werkstoff Stahl
  • Gesamtlänge 1971 mm
  • Körperlänge 1423 mm
  • Durchmesser 470 mm
  • Gesamtgewicht ca. 500 kg
  • Füllgewicht ca. 250 kg
Typ SC 500 L/2

 

Die Sprengung verzögerte sich, weil immer wieder Menschen in der evakuierten Zone durch die Wärmebild-Kamera des Polizeihubschraubers entdeckt wurden. Erst als niemand mehr im Sperrbereich auszumachen war, konnte die Bombe gegen 16:40 Uhr gesprengt werden, wobei sie einen Krater von fast fünf Metern Tiefe und mehr als fünfzehn Metern Durchmesser riss. Eine Viertelstunde später konnten die evakuierten Bewohner unbeschadet in ihre Wohnungen zurückkehren.


Eingesetzte Kräfte:

 


24. Dezember 2002, 12:30 Uhr – Wohnungsbrand auf dem Untergut
Heiligabend: Brand eines Wohnhaus-Dachstuhls auf dem Untergut. Kameraden aus Holtensen, Boitzum, Alferde, Mittelrode und Springe nahmen eine Kombination aus Innen- und Außenangriff bei Temperaturen unter Null Grad vor. Das Löschwasser gefror sofort, zwei Feuerwehrkameraden, die auf dem gefrorenem Löschwasser ausgerutscht waren, verletzten sich 24. Dezember 2002

und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sie konnten jedoch, wie die übrigen Kameraden auch, den Heiligen Abend später im Kreise der Familie nachholen. Einsatzende war gegen 18:00 Uhr. 70 Feuerwehrleute und zwölf Fahrzeuge waren über fünf Stunden im Einsatz, darunter auch die Drehleiter DLK 23/12 aus Springe.


Am Ersten Weihnachtsfeiertag mussten noch einige kleine Nachlöscharbeiten ausgeführt werden.


Brandursache: Ein überhitztes Ofenrohr, das einen Holzbalken in der Zwischendecke entzündete – Sachschaden: 100 000 Euro.

 

 
10. Januar 1998 – Dank für Rettung

Georg Schoger war zusammen mit seiner Ehefrau im Jahre 1994 in einen Verkehrsunfall auf der Straße Eldagsen–Gestorf verwickelt und musste schwerverletzt durch die Feuerwehr Eldagsen aus dem Fahrzeugwrack geborgen werden. Nach langwierigen Aufenthalten im Krankenhaus und in der Reha-Klinik konnte er sich nunmehr bei seinen »Lebensrettern« öffentlich bedanken. Zum Dank für seine Rettung überreichte Georg Schoger während der Jahreshauptversammlung Ortsbrandmeister Karl-Heinrich Rohlf einen Scheck, welcher für die Jugendarbeit der Feuerwehr Eldagsen verwendet werden soll.

 

 
22. Januar 1998 – 21:10 Uhr: Großfeuer in Möbelfabrik

Kurz nach 21:10 Uhr meldete eine Vielzahl von Anrufern der FEL/RLS Ronnenberg des Landkreises Hannover einen Brand in einer Halle der Firma Raupbach Badmöbel GmbH, Am Pfingstanger, in Eldagsen. Das Brandobjekt – bestehend aus Produktions- und Lagerhalle sowie Büroräumen – umfasst eine Größe von 8000 qm, von der circa 2500 qm den Flammen zum Opfer fielen.


Um 21:18 Uhr wurde durch die FEL/RLS Ronnenberg für die Ortswehren Eldagsen und Springe Funkalarm ausgelöst. Etwa drei Minuten später rückte die Ortswehr Eldagsen mit ELW, TLF 16/24, TLF 16 T und LF 8 aus. Schon auf der Anfahrt nahmen die Einsatzkräfte über dem Brandobjekt einen starken Feuerschein wahr.


Als Erstangriff setzte die Besatzung des TLF 16/24 im südlichen Innenhof einen Monitor von Dach ihres Fahrzeugs aus ein. Die Besatzungen des TLF 16 T und des LF 8 begannen einen Löschangriff an der Westseite des Brandobjekts aufzubauen. Als Wasserentnahme diente hierfür ein Unterflurhydrant sowie der in Nähe zum Brandobjekt fließende Gehlenbach. Kurze Zeit später traf die Schwerpunktwehr Springe mit ihren Einsatzfahrzeugen an der Einsatzstelle ein. Die DLK 23/12 der Ortswehr Springe wurde ebenfalls zur Brandbekämpfung im südlichen Innenhof eingesetzt und wurde hierbei durch die Besatzungen des TLF 16/25 und LF 16 ihrer Ortswehr unterstützt.


Gegen 21:40 Uhr forderte die Einsatzleitung die Ortswehren Alferde, Holtensen, Boitzum, Mittelrode und Alvesrode zur Unterstützung nach. Nachdem diese Kräfte ca. fünf Minuten später an der Einsatzstelle eintrafen, wurde eine leistungsfähige Wasserversorgung aus dem Gehlenbach aufgebaut. Hier kamen insgesamt 5 TS 8/8 zum Einsatz. Nachdem die Wasserversorgung aufgebaut war, wurden diese Kräfte ebenfalls zur Brandbekämpfung an der Westseite eingesetzt.


Zeitgleich mit Aufbau des umfassenden Löschangriffs wurden zwei Ortswehren zum Schutz der benachbarten Tankstelle beordert. Diese schirmten mittels vier C-Rohren die Tankstelle vor dem starken Funkenflug ab.


Ebenfalls zeitgleich neben diesen Maßnahmen forderte die Einsatzleitung gegen 21:45 Uhr den GW-Meß der Ortswehr Laatzen zu Schadstoffmessungen nach. Die Rauchsäule zog direkt in den Ort hinein, so dass im ersten Moment eine Gefährdung der Bevölkerung nicht auszuschließen war. Zeitgleich wurde die Alarmierung des GW-AS aus der FTZ Ronnenberg veranlasst, nachdem sich ein erhöhter Bedarf an Atemschutzgeräten abzeichnete. Zwischenzeitlich wurde durch die Einsatzkräfte an der Gebäudewestseite versucht, das Feuer an der Brandschutzwand, welche die Halle zur Hälfte unterteilte, zu stoppen. Hierfür wurden neun C- und vier B-Rohre eingesetzt.


Vom Innenhof der Nordseite wurde ebenfalls mehrere Strahlrohre zur Brandbekämpfung – teilweise im Innenangriff – eingesetzt. Bevor jedoch von hier die Brandbekämpfung aufgenommen werden konnte, musste ein Zugangstor gewaltsam geöffnet werden. Hierzu kam letztendlich ein Spreizer zum Einsatz. Da sich das Feuer im Nordbereich weiter ausbreitete, wurde die Nachalarmierung einer weiteren Drehleiter um 21:58 Uhr erforderlich. Durch die FEL wurde sodann die DLK 23/12 der Ortswehr Ronnenberg alarmiert, welche ca. 20 Minuten später an der Einsatzstelle eintraf.


Nachdem die Drehleiter in Stellung gegangen war, wurde von der Nordseite des Gebäudes her ebenfalls ein massiver Löschangriff mit vier B-, vier C-Rohren und über das Wenderohr der DLK eingeleitet. Den Einsatzkräften gelang es hier, das Feuer im Brandabschnitt zu stoppen und einen Teil der nördlichen Halle zu halten. Wegen des vermehrten Einsatzes von Atemschutzgeräteträgern wurden nach und nach die Ortswehren Altenhagen I, Völksen und Gestorf alarmiert, um die im Einsatz befindlichen PA-Träger abzulösen und diesen eine wohlverdiente Pause zu gönnen.


Eine weitere Brandausbreitung im Zwischendeckenbereich über den Büroräumen wurde schnell unter Einsatz eines PA-Trupps mit einem C-Rohr bekämpft und verhindert. Gegen 00:30 Uhr konnte durch die Einsatzleitung die Meldung „Feuer unter Kontrolle“ abgesetzt werden. Allerdings stellte sich gegen 01:20 Uhr heraus, dass der im angrenzenden Brandbereich in der Produktionshalle stehende Spänebunker in Brand geraten war, was den weiteren Einsatzverlauf erheblich beeinflusste.


Gegen 02:30 Uhr wurden die ersten Ortswehren aus dem Einsatz herausgelöst und in ihre Standorte entlassen. Zu diesem Zeitpunkt war das Feuer soweit bekämpft, dass nur noch Nachlöscharbeiten erforderlich waren.


Für die Ortswehr Eldagsen zeichnete sich jedoch ein weiterhin aufwändiger Einsatz ab. Immer wieder wurden Nachlöscharbeiten im Brandbereich erforderlich. Ebenfalls mussten im Spänebunker immer wieder Brandnester abgelöscht werden. Durch Einsatz von Atemschutzgeräteträgern wurde damit begonnen, den Spänebunker auszuräumen bzw. der Inhalt hinauszuspülen. Hierzu kam unter anderem auch zwei Löschlanzen zum Einsatz. In der Nacht von Freitag auf Samstag stellten die Ortswehren aus Alferde, Holtensen, Boitzum und Mittelrode im Vier-Stunden-Rhythmus von 18:00 Uhr bis 08:00 Uhr Brandwachen. Die Einsatzstelle wurde durch die letzten Kräfte der Ortswehr Eldagsen am Samstag Nachmittag um 16:00 Uhr der Niedersächsischen Wach- und Schließgesellschaft übergeben, welche nun die Bewachung des Brandobjekts übernahm.


Zu erneuten Nachlöscharbeiten im Bereich des Spänebunkers musste die Ortswehr Eldagsen am Sonntag (25.01.) gegen 08:00 Uhr und 13:00 Uhr ausrücken.


Insgesamt wurden in der Hauptphase des Einsatzes 17 C-Rohre, acht B-Rohre, zwei Wenderohre über DLK zur direkten Brandbekämpfung und Abschirmung der Tankstelle eingesetzt, sowie rund 200 Feuerwehrmännern (SB) aus elf Ortswehren mit zwei ELW 1, einem ELW 2, einem TLF 16/24, einem TLF 16 T, zwei TLF 16/25, zwei LF 16, zwei DLK 23/12, vier LF 8, sechs TSF, einem GW-Meß, einem MZW, drei MTW.


Weiter waren der GW-Atemschutz und der SW 2000 der FTZ Ronnenberg, Kräfte des Polizeikommissariats Springe und der HASTRA als Energieversorgungsunternehmen an der Einsatzstelle. Die SEG des DRK Springe stand zur rettungsdienstlichen Absicherung und Verpflegung der Einsatzkräfte zur Verfügung. Einen Überblick über die Lage vor Ort verschafften sich ebenfalls KBM Bernd Keitel und die Brandschutzprüferin des Brandabschnitts III LK Hannover, Bettina Abmeyer.


Abschließend ist festzuhalten, dass die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte optimal und reibungslos ablief – auch ein Grund dafür, dass während des gesamten Einsatzes keinerlei Verletzte zu beklagen waren. Durch den schnellen und umfassenden Einsatz der Wehren wurde eine Zerstörung des möbelherstellenden Betriebes verhindert und somit erhebliche Sachwerte in Millionenhöhe gerettet. Schadenshöhe aber dennoch ca. vier Mio. DM.

 

22. Januar 1998